Die meisten Berufsunfähigkeits-Fälle passieren erst kurz vor der Rente. Es reicht also, erst dann eine BU abzuschließen.
Im Durchschnitt tritt eine Berufsunfähigkeit bei Frauen mit 46, bei Männern mit 48 Jahren ein, also deutlich vor der Rente. Es müssen also im Schnitt rund 20 Jahre überbrückt werden, in denen das Einkommen fehlt. Außerdem: Gerade bei Berufseinsteigern besteht in den ersten fünf Jahren keine gesetzliche Absicherung.
Für einen Bürojob brauche ich doch keine BU-Versicherung.
Die häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, Erkrankungen an Skelett- und Bewegungsapparat und Krebs. Jeder fünfte Beschäftigte wird berufsunfähig – das zeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, auch ohne spezielle Risiken von diesem Schicksal getroffen zu werden.
Eine Unfallversicherung reicht.
Für weniger als 10 Prozent aller BU-Fälle sind Unfälle verantwortlich und eine Unfallversicherung zahlt wirklich nur bei Unfällen. Das heißt: Wer aufgrund einer psychischen Erkrankung, eines Bandscheiben-Vorfalls, eines Tumors, Herzinfarkts oder Schlaganfalls berufsunfähig wird, der bekommt von der Unfallversicherung keinen Cent.
Eine BU-Versicherung kann sich mit dem Verweis auf eine andere, trotz Erkrankung noch mögliche Tätigkeit vor der Zahlung einer BU-Rente drücken.
Eine solche „abstrakte Verweisung“ ist in modernen BU-Policen nicht mehr enthalten. Gezahlt wird, wenn die Ausübung des eigenen Berufs nicht mehr möglich ist. Sie müssen also nicht befürchten, dass die Versicherung Ihnen die BU-Rente verweigert, weil Sie zumindest ja theoretisch noch einen ganz anderen Job ausüben könnten.
Ich bin doch bei Berufsunfähigkeit über die Gesetzliche Rentenversicherung und Zusatzversorgung abgesichert.
Verbraucherschützer betonen immer wieder, dass die Absicherung der eigenen Arbeitskraft oberste Priorität haben sollte, gerade auch bei jungen Leuten. Denn aufgrund mangelnder Berufsjahre können Sie bei Berufsunfähigkeit noch nicht auf die Absicherung durch die Gesetzliche Rentenversicherung und Zusatzversorgung zählen.
Aber auch nach Erfüllung der Wartezeiten wird bei plötzlicher Berufsunfähigkeit eine massive Einkommenslücke entstehen, die sich auch auf die Altersvorsorge auswirkt.